Definition von Behinderung 2017-03-03T10:14:26+00:00

Definition von Behinderung

Nach § 2 Abs. 1 Sozialgesetzbuch IX sind Menschen behindert,

„wenn ihr körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilnahme am Leben der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn eine derartige Beeinträchtigung zu erwarten ist.“

Es werden verschiedene Grade der Behinderung unterschieden. Schwerbehindert ist, wer einen Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 aufweist und seinen Wohnsitz, seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder eine Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz im Sinne des § 73 SGB IX rechtmäßig im Bundesgebiet hat.

Ein »gewöhnlicher Aufenthalt» liegt auch bei Asylbewerbern und geduldeten Ausländern vor, wenn besondere Umstände ergeben, dass sie sich auf unbestimmte Zeit in Deutschland aufhalten werden. Jeder Mensch mit anerkannter Schwerbehinderung hat einen Schwerbehindertenausweis. Dieser dient dazu, sich gegenüber Arbeitgebern, Sozialleistungsträgern, Behörden etc. als schwerbehinderter Mensch ausweisen zu können.

Anträge für Schwerbehindertenausweise

Anträge für einen Schwerbehindertenausweis bekommt man beim Zentrum Bayern Familie und Soziales – ZBFS. Den Link zur Online Antragstellung finden Sie hier. Dieses legt den Grad der Behinderung (GdB) fest und stellt gegebenenfalls den Ausweis aus. Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis haben Menschen mit einem GdB ab 50. Hat man einen GdB ab 20, bekommt man einen Feststellungsbescheid der zuständigen Versorgungsverwaltung. Liegt der festgestellte Grad der Behinderung unter 20, gibt es weder Bescheinigung noch Ausweis. Der Grad der Behinderung dient als Maß für die Schwere der körperlichen, geistigen oder seelischen Einschränkungen und deren Auswirkungen in den verschiedenen Bereichen des
Lebens.

Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber mindestens 30 können auf Antrag bei der Agentur für Arbeit gleichgestellt werden, wenn Sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder nicht behalten können.

Eine Sondergruppe bilden Jugendliche oder junge Erwachsene mit Behinderung. Diese können für die Zeit einer Berufsausbildung gleichgestellt werden, auch wenn der Grad der Behinderung weniger als 30 beträgt oder eine Behinderung noch nicht festgestellt wurde (§ 68 IV SGB IX).

Das Vorliegen einer Schwerbehinderung oder Gleichstellung hat bestimmte arbeitsrechtliche Folgen bzw. ist Voraussetzung bei Förderungen.