Ausgleichsabgabe 2017-03-03T10:42:40+00:00

Ausgleichsabgabe

Für Unternehmen mit jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 Arbeitsplätzen gilt die Pflicht, auf wenigstens 5 % der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen (Beschäftigungspflicht gemäß § 71 SGB IX).

Solange Arbeitgeber die vorgeschriebene Zahl schwerbehinderter Menschen nicht beschäftigen, entrichten sie für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz eine Ausgleichsabgabe. Diese beträgt je Monat und unbesetztem Pflichtplatz

125 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 3 bis weniger als 5 Prozent

220 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 2 bis weniger als 3 Prozent

320 Euro bei einer Beschäftigungsquote von weniger als 2 Prozent.

Für kleine und mittlere Unternehmen gelten erleichterte Regelungen. Danach müssen Unternehmen mit jahresdurchschnittlich monatlich weniger als 40 Beschäftigten nur einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen, andernfalls zahlen sie je Monat weiterhin 125 €. Arbeitgeber mit weniger als 60 Arbeitsplätzen müssen zwei Pflichtplätze besetzen; sie zahlen 125 €, wenn sie nur einen Pflichtplatz besetzen, und 220 €, wenn sie keinen bzw. weniger als einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen.

Die Höhe der Ausgleichsabgabe ist von den Arbeitgebern selbst auf der Grundlage ihrer jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote zu ermitteln. Sie wird jährlich im Nachhinein berechnet und am 31. März des Folgejahres fällig.

Die Ausgleichsabgabe muss sowohl von den Arbeitgebern der öffentlichen Hand als auch von den privaten Arbeitgebern entrichtet werden. Das Gesetz lässt dabei außer Acht, wer das Verschulden an der Nichtbeschäftigung trägt (z. B. ob sich genug schwerbehinderte Arbeitnehmer auf eine Stellenausschreibung beworben haben).

Unter http://www.rehadat-elan.de/de/Ersparnisrechner/index.html können Sie sich die Höhe der Ausgleichsabgabe und Ersparnismöglichkeiten durch die Einstellung von schwerbehinderten Mitarbeitern berechnen lassen.

Eine weitere Möglichkeit die Ausgleichsabgabe einzusparen die die Vergabe von Aufträgen an Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Arbeitgeber können bis zu 50 Prozent der Arbeitskosten des Rechnungsbetrags auf die Ausgleichsabgabe anrechnen (§ 140 SGB IX).

Was geschieht mit der Ausgleichsabgabe?

Das Geld wird in erster Linie von den Integrationsämtern zur Finanzierung von Maßnahmen zur Förderung von Menschen mit Behinderung im Beruf und deren Arbeitgeber verwendet. Ferner verwendet auch die Agentur für Arbeit die Mittel zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen. Ein Fünftel des Aufkommens der Ausgleichsabgabe wird  von den Integrationsämtern an den „Ausgleichsfonds für überregionale Vorhaben zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben“ abgeführt.